Malte Burkert und Lena Rusche gewinnen die German Open 2016

Da hatten wir eine Woche Sommer, Sonne, kurze Hosen und bestes Segelwetter, aber pünktlich zur German Open am Pfingstwochenende war’s damit auch schon wieder vorbei. Es wurde kalt, einstellige Temperaturen, dazu windig und nass. So ein typisches Wetter, bei dem man sich fragt, warum man eigentlich segelt, statt irgendeine Indoor-Sportart auszuüben. Schach oder so. Aber es war nun mal eben German Open, also half kein Jammern, auf zum YCWA am Möhnesee.

Zwanzig Vauriens hatten sich eingefunden. Neben den üblichen Verdächtigen waren auch zwei „Ehemalige“ Teams da: Max Egen, zumindest zeitweise wie früher mit Schwester Brigitte auf dem Boot, nutzte die Gelegenheit einer German Open auf dem Heimatrevier, um sich mal wieder in einen Vaurien zu setzen. Und Florian und Michaela Troeger hatten den Weg vom Bodensee auf sich genommen, um das erste Mal seit 12 Jahren wieder ihren Vaurien zu bewegen. Man musste fast überlegen, ob der Sand im Boot nicht noch von der WM 2004 in Uruguay übrig geblieben war.

Pünktlich um 12 Uhr ging es am Samstag Mittag los und schnell war klar: Das ist ein richtig gutes und dichtes Feld, sowohl vorne, wo zeitweise sechs Teams um die Führung kämpften, als auch im dicht gedrängten Mittelfeld. Bei guten, teilweise böigem Wind konnten vier Läufe gesegelt werden. Es gab mit den Lokalmatadoren Malte und Lena, den Titelverteidigern Hylke und Janna, unseren belgischen Dauergästen Yves und Brice und den ehemaligen Seriensiegern Peter und Amelie vier verschiedene Laufsieger und dahinter ein buntes Getümmel. Wer war nun Favorit? Sicher war sich da niemand.

Am Sonntag wurde es nochmal ungemütlicher. Mehr Wind, dazu schon beim Auslaufen Regen, zwischenzeitlich Hagel. Spaß ist anders. Auch aufgrund der Temperaturen deutlich unter 10°C entschied sich Wettfahrtleiter Hans Schladör, nur zwei Läufe anzusetzen und danach eine kurze Mittagspause zu machen. Der auffrischende Wind spielte deutlich den erfahreneren und schwereren Teams in die Karten. Peter und Amelie gewann den ersten Lauf vor Malte und Lena, im zweiten Lauf war es umgekehrt, Yves und Brice wurden Dritte und Fünfte und hielten den Anschluss. Dahinter gab es vor allem eines: Viele Kenterungen. Die DLRG hatte alle Hände zu tun. Klares Highlight: Ulrich kenterte kurz vor der Brücke und trieb drunter durch. Der Wind war zu stark (oder das Motorboot zu schwach), die DLRG schaffte es nicht, ihn zurückzuschleppen. So musste er sein Boot im anderen Becken an Land bringen, den Slipwagen holen und sein Boot mühsam auf dem Landweg zurückbringen. Gut das Mittagspause war.

Diese Pause wurde dann auch länger als erwartet, denn auch die DLRG hatte ausfälle zu beklagen: Ein Motor hatte sich verabschiedet, es fehlte nun ein zweites Rettungsboot. Bis das endlich da war, waren wir alle gut aufgewärmt und gesättigt. Aber auch der Wind war weg. Hans schickte uns nochmal auf’s Wasser und versuchte, einen weiteren Lauf zu starten, aber der verkam schnell zum Schweinerennen und musste abgebrochen werden.

Der Zwischenstand am Montag morgen: Peter und Amelie mit 10 Punkten vor Malte und Lena mit 11 Punkten und Yves und Brice mit 13 Punkten. Alles war offen und es standen noch zwei Läufe auf dem Plan. Das Wetter war unverändert. Im ersten Lauf setzen Malte und Lena sich früh ab, gefolgt von Yves und Brice und auch Hylke und Janna hielten den Anschluss. Peter und Amelie mussten sich erst durch’s Feld kämpfen, konnten sich aber bis auf den dritten vorarbeiten. An der letzten Tonne, kurz vor dem Ziel führen Malte und Lena deutlich, Yves und Brice versuchen, Peter und Amelie auf Distanz zu halten, Hylke und Janna folgen unauffällig. Die Meisterschaft scheint gelaufen … und dann kam Petrus und stellte den Wind ab und drehte ihn um 40°. Wer links oder in der Mitte war, hatte Pech, wer rechts war, hatte das goldene Los gezogen. Yves und Brice profitieren am meistenund gewinnen den Lauf, Hylke und Janna rutschen auch noch durch. Malte und Lena verlieren noch den sicher geglaubten Laufsieg und werden Dritte, Peter und Amelie vierte. Vor dem letzten Lauf sind die ersten Drei nun punktgleich. Also ein letzter, alles entscheidender Lauf. Peter und Amelie wählen am Start eigentlich die falsche Seite, aber der Dreher kommt, sie gehen als erste um die Luvtonne, Malte und Lena sind nach einigen schnellen Überholmanövern Zweite und folgten dicht, Yves und Brice steckten im Verkehr und waren nur Zehnte. Ein Zweikampf also, Peter gegen seinen alten Vorschoter, Amelie gegen ihren Bruder, ein Duell, dass es schon so oft gab. Es sah gut aus für Peter und Amelie, der Vorsprung war konstant, der Wind gut. Auf dem Weg zum letzten Luvfass liess der Wind nach, pendelte nach links, nach rechts. Die Frage war, wie weit man denn unter den Berg fahren sollte. Noch etwas weiter? Oder doch lieber die Deckung aufgeben. Malte zockte, musste die gleichen Abwägungen treffen. Aber er hatte nichts zu verlieren. Er kam ran. Ein Führungswechsel. Und wieder zurück. Malte taucht, geht auf die rechte Seite, müsste Wegerecht haben. Und dann dreht der Wind. Auf seine Seite. Er geht mit Vorsprung um die Luvtonne. Wenn jetzt nichts verrücktes passiert … es passiert nichts mehr. Malte und Lena gewinnen den letzten Lauf und damit auch die German Open 2016. Auf Platz 2, nur einen Punkt dahinter, folgen Peter und Amelie und auf Platz 3 Yves und Brice. Herzlichen Glückwunsch!

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr hier.