Spinnaker Schotführung

Diskussionen rund um den Vaurien
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vinci
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Spinnaker Schotführung

Beitrag von vinci » Fr 18 Mai, 2012 13:23

Hallo an alle,

ich habe mal eine Frage zur Schotführung beim Spi.
Irgendwie ist mir das nicht ganz klar, wie das 100%ig funktioniert.
Wir sind zwar schon ein paar mal mit Spinnaker gesegelt, aber irgendwie lief es nie so ganz rund und es gab immer irgendwie kuddelmuddel ... ;)

Also stellen wir uns mal vor, ich will den Spi setzen und an Land schonmal alles dazu vorbereiten.
Wie muss ich die Schot genau führen? Also wo lang und wo befestige ich sie?

Zur Information:
Ich hab am Boot einen Eimer vorne, da ist der Spi drin, dann habe ich eine zusammenhängende Schot (also nicht 2 wie bei der Fock), hinten 2 Rollen und vorne 2 Klemmen.

Super wäre eventuell eine Zeichnung oder ähnliches.

Vielen Dank und viele Grüße,
vinci

ragnaroek
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Beitrag von ragnaroek » Fr 18 Mai, 2012 23:37

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Zur SPIschotführung:

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wir haben für die hinteren Umlenkblöcke hinten, knapp 20 bis 30 cm vor´m Spiegel, 2 mal 2 nebeneinanderliegende Bohrungen gemacht, in die die hinteren SPIumlenkblöcke - jeweils einer pro Seite - angebunden werden.

Beide Positionen -> weil wir uns über den Zugwinkel nicht einig waren.

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Der vordere Umlenkblock wurde mittig ans achtere Ende der Schwertbank montiert.

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Die Klemmen sind auf den RisingPlates hinter den Wantenpüttingen montiert.
Bei diesen Klemmen haben wir auf Kopfbügel oder der ähnliches verzichtet, da die Spischot ein durchlaufendes/ durchgehendes System ist und einmal als SPIachterholer und/ oder als SPIschot verwendet wird.

Bild

Der SPIBarberhauler erlaubt den Schotzugwinkel zu verändern und die Schot näher mittschiffs zu bringen.
Bei unserer jetzigen Überarbeitung haben wir Fock- und SPIbarberhauler auf eine gemeinsame Klemme gelegt, da man nur den demenstprechenden Trimm benötigt und nie beide aktiv gemeinsam trimmt.

Die Spischot - 12m Spischot verjüngt von 6 auf 4 mm z.Bsp. Liros Spi - kannst Du hier bereits fertig abgelängt bestellen http://www.der-wassersportladen.de/shop ... urien.html

Grusz aus der Alpenrepublik

vinci
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Beitrag von vinci » Sa 19 Mai, 2012 11:54

Hallo ragnaroek,

vielen Dank schonmal für deine Hilfe und die Bilder.
Aber ich habe noch offene Fragen.
Was mit vor allem nicht so klar ist, wie die Schot vorne am Bug geführt wird. Muss ich da um das Vorstag vorne rum?
Irgendwie sind ja immer die Fock und die Fockschoten im Weg, wenn man den Spi hochzieht.

Wie bereite ich das ganze so vor, dass ich auf dem Wsser dann einfach nur das Fall ziehen muss und den Baum einhängen und das ganze steht dann?

Ach, und noch eine Frage zum Spifall: Ich habe jetzt eine Kombi aus Draht und Leine. Kann das Fall auch ganz aus einer Leine sein? Wenn ja, wie lang sollte die sein?

Gruß,
vinci

birddog
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Spischot

Beitrag von birddog » So 20 Mai, 2012 08:43

Stell Dir vor, Du nimmst die Spischot an Backbord hinten an der Rolle in die Hand und gehst dann entspannt vorneherum ums Boot bis zum Spisack an Steuerbord. Das ist die Schotführung – außen um alles herum.

Das Spifall darf keinesfalls zwischen die Fockschoten geführt werden, sonst ziehst Du den Spi und die Spischoten ins Gewirr. Also das Fall auch frei von allem anderen zum Spi(-sack).

Bei den Vauriens, die ich kenne, ist das Spifall meist nur 3-4 mm Tauwerk, Draht halte ich da für massiv übertrieben.
"Turboschachtel" GER 35641

ragnaroek
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Beitrag von ragnaroek » Di 22 Mai, 2012 16:22

Zu Deiner Frage der Führung/ bzw des Systems des SPIfalls

Für das SPIfall gibt die Klassenvorschrift die Höhe und den Abstand der Achse der SPIgalgens - den gibt´s hier http://www.der-wassersportladen.de/shop ... algen.html - von der Vorderseite der Mastkante an.

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Dies hier gezeigte System ist das umgekehrte Systems eines 1:2 Faktorenflaschenzugs.

Sinn und Zweck des "normalen" Flaschenzugs ist es eine Last durch Umlenkung über mehrere Blöcke aufzuteilen, jedoch erhöht sich dabei die Seillänge.
z.B.: Halbierung des Gewichts - ABER Verdoppelung der Seillänge

Da hier aber das Gewicht - des SPI´s - eine untergeordnete Rolle spielt, dreht man das System um und erhält beim Zug am 2.Teil des SPIfalls( enstpricht im "normalen" Flaschenzug dem, an dem die Last hängt) eine Verkürzung der Seillänge am 1. Teil( entspricht im "normalen" Flaschenzug dem Zugseil) im Faktor 2.
Stimmt man das System so ab, so enspricht ein Zug am 2.Teil des Spifalls in stehender Position dem kompletten SPIfallweg.

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Wie führe ich den SPIbaum:

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den solltest Du eher am "Steigen" hindern, SPIschot und Achterholer sollten immer auf einer horizontalen Ebene zueinander stehen. Wir nehmen ein System aus einer vorgereckten Leine als Niederhalter und ein Gummiseil als Topnant - die Stärke des Gummi´s muß man selbstrausfinden. Es wäre auch möglich hier ein System aus Gummiseil - Kauschumlenkung und fester Part zu konstruieren - aber das Verschieb ich mal lieber.
Den SPIbaum befestigen wir an der Kombi Topnant - Niederholer mit einem Karabiner, wie diesen http://www.der-wassersportladen.de/shop ... biner.html - der ist auch mit klammen Händen und Handschuhen leicht zu öffnen.

Grusz aus der Alpenrepublik

ragnaroek
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Re: Spischot

Beitrag von ragnaroek » Di 22 Mai, 2012 16:23

birddog hat geschrieben:S
Bei den Vauriens, die ich kenne, ist das Spifall meist nur 3-4 mm Tauwerk, Draht halte ich da für massiv übertrieben.
Drahtvorfall, wie an der Fock - dies hatten wir am alten Holzmast bis 2009

Wizard_of_Winds
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Beitrag von Wizard_of_Winds » Mi 23 Mai, 2012 08:28

Kurzer Kommentar zum Spi-Galgen: Auch wenn die Regeln da nicht ganz klar sind: Es wird so gehandhabt, dass der Galgen samt Rolle (falls vorhanden) maximal einen Abstand von 100 mm haben darf. Es zählt also der maximale Abstand des Bauteils, nicht der Abstand der Achse des Blocks!!!

Ansonsten Danke an Ragnaroek für die vielen ausführlichen Beschreibungen!

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